Porsche Schinznach Bad
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Porsche Classic Rest. Challenge 2014/15

Restaurationswettbewerb Schweizer Porsche Zentren 2015 - Ehrung für das Porsche Service Zentrum Schinznach Bad

880 von 1'000 Punkten für das Porsche Service Zentrum Schinznach-Bad

Die Porsche Schweiz AG hat den Sieger der Porsche Classic Restaurations Challenge 2015 gekürt. Im Rahmen des erstmals ausgerufenen Restaurationswettbewerbs traten die Porsche Zentren Zürich, Genf und Tessin sowie die Porsche Service Zentren Schinznach-Bad und Thalwil gegeneinander an. In einem Zeitraum von sechs Monaten haben sich die fünf Teams jeweils ein Klassikfahrzeug zur Restauration oder Teilrestauration vorgenommen. Darunter ein 356 B Carrera 2000 GS Coupé in Rubinrot von 1962, ein 911 Targa in Talbotgelb von 1977 oder ein 911 SC 3.0 aus dem Jahr 1981. Das Porsche Zentrum Genf konnte den Wettbewerb durch die Restauration eines 911 S 2.4 von 1972 knapp für sich entscheiden und erhielt gestern Abend in Rotkreuz die Auszeichnung.

Das Porsche Service Zentrum Schinznach-Bad nimmt die Auszeichnung für den zweiten Platz entgegen. Im Bereich Technik erreicht das Restaurationsprojekt 420 von 500 möglichen Punkten und bei der Gesamtpunktzahl schneiden sie mit 880 von 1000 Punkten sehr gut ab. Das Team wählte einen ganz anderen Ansatz bei der Restauration des rubinroten 356 B Carrera 2000 GS Coupé von 1962: der Erhalt des möglichst Originalzustands steht im Vordergrund, Eingriffe am Fahrzeug wurden auf ein Minimum beschränkt und bevor neue Teile zum Einsatz kamen, versuchten sie den Zustand der historischen Teile zu verbessern. Bis auf den Motor erledigte das Team in Schinznach-Bad die Demontage, Reinigung, Teilebeschaffung und Montage selbst. Jurymitglied Bernd von Nolting beurteilt das Resultat: „Die Fertigungstiefe, die Koordination und das qualitativ hochwertige Ergebnis haben mich sehr positiv überrascht.“ Aus Sicht der Experten hatte das Team in Schinznach-Bad ein recht anspruchsvolles und schwieriges Restaurationsobjekt gewählt, was die originalgetreue Restaurierung betrifft. „Die Entscheidung des Besitzers und der Werkstatt, möglichst viele Komponente original zu belassen, ist sehr mutig und in meinen Augen begrüssenswert. Je radikaler die Restaurationen ausgeführt werden, umso mehr entfernt man sich unwiederbringlich vom Originalzustand", lobt Marco Marinello das Projekt.

Es geht nicht ohne professionelle Betreuung
Roberto De Prisco, Leiter After Sales der Porsche Schweiz AG, erklärt die Idee hinter dem Wettbewerb: „Bei einem Fahrzeugpark, der fast zu 40 Prozent aus Porsche-Classic-Fahrzeugen besteht, ist eine professionelle Betreuung dieser Fahrzeuge unerlässlich. Mit der Porsche Classic Restaurations Challenge möchten wir die Handelsorganisation motivieren, ihre Kompetenz bei der Reparatur, Betreuung und Restauration von historischen Porsche-Fahrzeugen aufzuzeigen und weiter zu perfektionieren.“

Experten beurteilen die Restaurationstiefe
Die Fachjury: Hansjörg Kunz, Experte für Porsche-Klassiker für die Porsche Schweiz AG, Marco Marinello, Klassikexperte und selbst Eigner mehrerer Porsche-Klassiker und Bernd von Nolting, ein deutscher Restaurationsexperte, spezialisiert auf die Modelle 356 und die frühen 911-Modelle. „Die Restaurationstiefe ist die Essenz der Porsche Classic Restaurations Challenge, je mehr restauriert wurde, desto weniger Punkte werden in Abzug gebracht“, erklärt Hansjörg Kunz. Bei der Beurteilung der Restauration geht es darum, so nahe wie möglich an den Auslieferungszustand des Fahrzeugs heranzukommen.

Von der Scheune auf die Rallyestrecke.

Doch, das gibt es noch: Scheunenfunde. Und zwar solche, bei denen ein wirklich spezielles Fahrzeug unter dem Heu hervorgezogen wird. Zum Beispiel ein Porsche. Zum Beispiel ein Porsche 356. Oder noch besser: der heilige Gral unter den Porsche 356, ein Porsche 356 Carrera mit Fuhrmann-Motor – so benannt nach seinem Konstrukteur.

Dessen vier obenliegenden Nockenwellen werden über sogenannte Königswellen angetrieben – im Gegensatz zu den gebräuchlicheren Steuerketten oder Zahnriemen eine sehr aufwändige Konstruktion, die hohe Drehzahlfestigkeit und weitgehende Wartungsfreiheit verspricht.

Nur ganz wenige dieser Carrera (offizielle Bezeichnung: 2000 GS) wurden gebaut, und einen davon in einer Scheune im Bündnerland zu entdecken, wo er sogar als Trittleiter missbraucht wurde, ist sensationell. Eine Trittleiter, deren Wert einer Zahl mit vielen Nullen entspricht – egal in welcher Währung.

Noch mehr Nullen kommen hinzu, wenn die Trittleiter, pardon: der 2000 GS, sich in perfektem Zustand befindet. Die Aufgabe der Porsche Classic Spezialisten in Schinznach-Bad ist es, diesen Scheunenfund wieder in einen solchen perfekten Zustand zurück zu versetzen. Möglichst originalgetreu: Jedes Teil, das noch brauchbar ist, wird aufbereitet, falls Neuteile benötigt werden, kommen natürlich nur Originalteile von Porsche in Frage.

Die Karosserie zeigte sich in erstaunlich guter Verfassung. Sie trug noch immer den Erstlack, der aber nicht mehr zu retten war. Ausserdem musste die grosse Beule auf dem Dach (Trittleiter!) gerichtet, neue Schweller eingeschweisst und da und dort noch ein paar Details gepflegt werden. Auch der Innenraum war komplett und konnte weitgehend überarbeitet werden.

Der Mechanik hatte die lange Standzeit stärker zugesetzt (ein Porsche ist eben ein Fahrzeug!): Die Scheibenbremsen (der erste Porsche mit diesem System), das Fahrwerk und das Getriebe wurden überholt, der Motor wurde komplett zerlegt und mit Zuhilfenahme einiger Neuteile wieder aufgebaut. Eine Arbeit, die viele Stunden in Anspruch nimmt, schliesslich ist der Carrera Motor einer der komplexesten Motoren der Porsche Geschichte – nebst der Königswelle weisen ihn Trockensumpfschmierung und Doppelzündung klar als Rennkonstruktion aus. Und als Teilnehmer an Rennen, respektive Rallyes und anderen historischen Veranstaltungen, wird dieser König unter den 356 bald wieder zu bewundern sein, denn schon gut ein Jahr nach deren Inangriffnahme wird die Restauration gegen Sommer 2014 beendet – ein Grund zum Feiern für Besitzer und Restauratoren.

 

 

Folgeprojekt

Das Projekt „911 Targa S 2.2“ vom Jahr 1971 ist bereits in vollem Gange

Erfahren Sie mehr in unserer Porsche Times

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